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Deutlicher Rückgang der Übernachtungszahlen in Radolfzell

trotz starkem Sommer im Corona-Jahr 2020

Die Radolfzeller Beherbergungsbetriebe mussten im Corona-Jahr 2020 deutlich rückläufige Übernachtungszahlen hinnehmen. Eine sehr gute Nachfrage in den Sommermonaten konnte die Verluste in den Lockdown-Monaten teilweise wettmachen. Insgesamt verzeichnete Radolfzell im letzten Jahr 373.019 Übernachtungen, dies waren 17,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Damit erging es Radolfzell deutlich besser als vielen anderen Orten in Baden-Württemberg. Laut statistischem Landesamt lagen die Übernachtungszahlen für das Bundesland allein in den ersten neun Monaten um 36 Prozent unter den Vorjahreswerten. Radolfzell konnte somit vom Trend zum Urlaub im eigenen Land profitieren. Dies wirkte sich auch positiv auf die Aufenthaltsdauern aus. Während diese in 2019 bei den touristischen Beherbergungsbetrieben in Radolfzell noch bei durchschnittlich 2,69 Nächten lagen, stiegen sie in 2020 um 17,8 Prozent auf 3,17 Nächte. Die längeren Aufenthaltsdauern erklären, warum das Minus bei den Übernachtungen nicht so groß ist, wie bei den Gästeankünften, die um 29 Prozent zurückgegangen sind.

Übernachtungszahlen im Jahresverlauf

Nach einem etwas besseren Start als im Vorjahr sind die Übernachtungszahlen von März bis Mai weit unter den Vorjahreswerten geblieben. In dieser Zeit waren touristische Übernachtungen bis auf wenige Sonderfälle nicht erlaubt, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen durften lediglich Geschäftsreisende aufnehmen. Dies ist auch seit November 2020 wieder der Fall. Ab Mitte Mai 2020 war Camping für autarke Reisemobile wieder erlaubt, ab Anfang Juni auch alle anderen touristischen Übernachtungen. Während die Juni-Zahlen noch nicht an die des Vorjahres heran kamen, übertrafen die Zahlen von Juli bis Oktober die Vorjahreswerte. Insbesondere im Juli (+ 13,6 Prozent) und September (+26,7 Prozent) konnten deutlich mehr Übernachtungen in touristischen Beherbergungsbetrieben verzeichnet werden als in 2019. „Der August ist in Radolfzell ein sehr starker Monat, die Unterkünfte sind in dieser Zeit immer nahezu voll belegt.“ erklärt Nina Hanstein, Geschäftsführerin der Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH. „Daher war im August keine so große Steigerung möglich wie in den anderen Sommermonaten. Wir hatten in dieser Zeit sehr viele Anfragen, die wir nicht bedienen konnten.“ Der Saison 2021 blickt sie optimistisch entgegen: „Aufgrund der sehr guten Zahlen im Sommer 2020 wird Radolfzell sicher auch in 2021 als Urlaubsort gefragt sein.“

Übernachtungen nach Betriebsarten

Für die Campingplätze und insbesondere die Wohnmobilstellplätze ist die Saison 2020 sehr gut verlaufen. Die Übernachtungszahlen sind hier um 1,5 Prozent (Camping) bzw. sogar 49,7 Prozent (Stellplätze) gestiegen. Allerdings können die Zahlen für den Wohnmobilstellplatz Mettnau nicht mit den Vorjahreswerten verglichen werden, da der Stellplatz erst im Juli 2019 eröffnet wurde.

Im Bereich Ferienwohnungen sind die Übernachtungszahlen in 2020 um 14,3 Prozent zurückgegangen, bei der Hotellerie sogar um 22,5 Prozent. Hier konnten die guten Werte des Sommers die Verluste in den Lockdown-Zeiten nicht ausgleichen.

Die Belegungsanteile der Med. Reha- Einrichtungen METTNAU lagen im Jahr 2020 aufgrund der Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus 21,1 % unter den Werten der Vorjahre.

Ausblick auf das Tourismusjahr 2021

Auch das Jahr 2021 wird weiterhin durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Trotzdem rechnet die Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH, aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres, mit einer starken touristischen Nachfrage, sobald Reisen wieder erlaubt sind.

Zudem ist Radolfzell am Bodensee 2021 ein Jahr lang Gastgeber und Ausrichter der Heimattage Baden-Württemberg. Das vom Land 1978 initiierte Projekt gibt Jahr für Jahr einer anderen Stadt oder Gemeinde die Gelegenheit, die Facetten des Begriffs „Heimat“ für sich auszuloten und sich zu präsentieren. Die Radolfzeller Planerinnen und Planer stehen dabei aktuell vor einer besonderen Herausforderung: Sie haben sich – bedingt durch die Corona-Pandemie – auf verschiedene Durchführungsszenarien einzustellen.